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Liegerad FAQ

Fragen und Antworten zum Liegerad und Trike

Was versteht man unter einem Liegerad?

Die klassischen Fahrradtypen wie das Rennrad, das Trekking- oder Mountain Bike etc. sind überall auf und abseits der Straßen anzutreffen. Alle diese Radtypen haben eines gemein: In mehr oder weniger aufrechter Sitzposition lastet das gesamte Körpergewicht auf dem Po, den Handgelenken sowie dem Schulterbereich. Eine ganz andere Haltung nehmen Sie als Liegeradfahrer/in ein. Je nach Model besitzt das Liegerad einen großzügig dimensionierten Sitz oder auch eine Sitzschale, die Ihnen eine zurückgelehnte, halbliegende Position ermöglichen. Die Pedale befinden sich in Fahrtrichtung vor dem Fahrer. Durch die Ergonomie des Sitzes findet eine optimale Gewichtsverteilung statt. Selbst auf langen Strecken gehören so unangenehme Druckstellen am Po oder schmerzenden Schultern und Handgelenke der Vergangenheit an.

Kann jeder Liegeradfahren lernen?

Wenn Sie sich das erste Mal mit der Thematik des Liegeradfahrens beschäftigt, werden Sie schnell feststellen, dass sich die Haltung, die während der Fahrt eingenommen wird, grundsätzlich von der herkömmlichen Sitzposition eines „normalen“ Fahrrads unterscheidet. Auch wenn es schwierig aussieht, das Fahren mit einem Liegerad ist denkbar einfach zu erlernen. Besitzt das Liegerad eine gute Lenkgeometrie, dauert es meist nur wenige Minuten, bis Sie mit dieser noch ungewohnten Fahrposition und den damit verbundenen Eigenheiten des Liegerads vertraut sind. Dem einen oder anderen Fahrer wird eine aufrechte Sitzposition und ein Obenlenker vertrauter vorkommen und ihm so die Umstellung erleichtern. Verschiedene Liegerad-Modelle bieten die Möglichkeit, den Sitz und auch den Lenker sehr individuell zu verstellen. So ist es möglich, auch eine flachere Sitzposition auszuprobieren. Noch einfacher gestaltet sich der Wechsel auf ein sogenanntes Trike, also auf ein dreirädriges Liegerad. Durch die drei Räder ist ein Kippen des Liegerads beispielsweise während der Anfahrphase oder während einer Langsamfahrt nicht möglich.

Um sich ganz entspannt auf die erste Fahrt konzentrieren zu können, empfiehlt es sich, abseits des Verkehrs und ohne viele Zuschauer die ersten Fahrversuche zu unternehmen.

Wird man mit einem Liegerad im Straßenverkehr überhaupt gesehen?

Einige Liegeräder, man bezeichnet sie als Ultratief-Liegeräder besitzen eine extrem niedrige Sitzposition. Wer mit dieser Art von Liegerad vertraut ist, wird sich wie jeder andere Teilnehmer sicher im Straßenverkehr bewegen können. Allerdings eignen sich diese Räder für Einsteiger im Alltagsverkehr eher weniger.

Die meisten Liegeräder, die in Serie produziert werden, bieten eine Sitzhöhe, die ungefähr der eines Autos entspricht. Gleichzeitig bietet die Sitzposition im Vergleich zu einem herkömmlichen Fahrrad eine bessere Sicht. Einige Modelle haben sogar eine deutlich höhere Sitzposition und der Fahrer kann sogar ohne Mühe über die Autodächer hinwegblicken. Um vom Verkehr noch besser wahrgenommen zu werden, besteht die Möglichkeit, Wimpel zu montieren. Allerdings ist es notwendig, dass man sich als Fahrer von einem solchen Liegerad an die Besonderheiten, z. B. die geringere Wendigkeit oder einen erschwerten Überblick an Einfahrten und Querstraßen etc. anpasst.

Auch um die Verkehrssicherheit müssen Sie sich als Fahrer eines solchen Rades keine Sorgen machen. Ein niedriger Schwerpunkt wirkt sich überaus positiv auf das Bremsverhalten aus. Selbst wenn Sie sprichwörtlich „voll in die Eisen“ treten, besteht keine Gefahr, dass Sie über den Lenker fliegen könnten, die Beine sind schnell am Boden und sorgen für einen sicheren Stand. Hochwertige Bremsanlagen haben zudem einen aggressiven Biss beim Bremsen und optimieren so die Sicherheit.

Eignen sich Liegeräder auch für Reisen?

Seine wahre Stärke, nämlich den unschlagbaren Fahrspaß und den Fahrkomfort offenbart das Liegerad vor allem auf längeren Strecken. Ein drückender Steiß oder schmerzende Handgelenke, wie sie auf einem Standardrad auftreten können, darf man bei der Fahrt mit einem Liegerad getrost vergessen. Bequem findet der Fahrer auf dem körpergerecht geformten Sitz Platz. Bei Modellen mit Untenlenkern ruhen die Hände in entspannter Haltung an den Griffen des Lenkers.

Durch die sehr entspannte Sitzhaltung können Sie die Fahrzeiten durchaus entsprechend verlängern, die Durchschnittsgeschwindigkeit nimmt also zu. Die Sitzposition und Sitzhöhe bewirken, dass man eine ganz neue Perspektive bekommt und Sie können die Landschaft ganz anders wahrnehmen, als es bei einem herkömmlichen Standardrad der Fall ist. Doch wie bei allen Dingen hat auch hier die Medaille immer eine Kehrseite. Hecken und Mauern, oder aber auch halbhohe Deiche können einem die Reise ganz schnell verleiten, da man auf einem Liegerad nicht darüber schauen kann, der Blick auf die Landschaft dahinter bleibt einem verwehrt.

Soll das Liegerad mit Verkehrsmitteln wie Auto, Bahn, Bus oder Flugzeug an den Urlaubsort transportiert werden, muss man unter Umständen mit Schwierigkeiten rechnen. Das liegt unter anderem an Abmessungen, die doch erheblich von denen eines Standardrades abweichen können. So ist es möglich, dass die Kosten, die für die Beförderung von einem Liegerad erhoben werden, höher als die für ein herkömmliches Rad ausfallen. Wichtig beim Transport mit der Bahn ist eine gute Abdeckung der Kette und der Kettenblätter. Soll das Liegerad per Flugzeug zum Urlaubsort gelangen, wird ein stabiler Versandkarton benötigt. Für den Transport selbst werden die Pedale abmontiert, der Lenker quer am Rahmen angebunden und bei Bedarf der Sitz ebenfalls noch abgenommen. Damit Sie bei der Aufgabe des Liegerads keine unangenehmen Überraschungen erleben, sollten Sie bereits einige Tage vor dem Abflug das Rad in jedem Fall als Sperrgepäck anmelden. Moderne Liegeräder lassen sich meist schnell und einfach zusammenklappen. So können sie recht einfach im Kofferraum oder mit einem geeigneten Fahrradträger auf dem Dach oder am Heck des Fahrzeugs transportiert werden. Dazu können in vielen Fällen sogar handelsübliche Fahrradträger verwendet werden. Und doch, die schönste Art, ein Liegerad zu transportieren: draufsetzen, losfahren und die Fahrt rundherum genießen.

Ist Liegeradfahren gesund und gut für den Rücken?

Das wohl Auffälligste an einem Liegerad dürfte die flache Sitzposition des Fahrers sein. So dürfte auch die Frage, ob das Ganze bequem und vor allem gut für den Rücken und die Gesundheit ist, zu den am häufigsten gestellten Fragen in diesem Bereich gehören.

Die Körperhaltung, die der Fahrer auf einem Liegerad einnimmt, lässt sich am ehesten mit der Haltung vergleichen, die moderne Autositze mit sich bringen. Das Fahren auf einem konventionellen Fahrrad dürfte einem Vergleich mit dem Sitzen auf einem Hocker standhalten. Ein guter Liegeradsitz bietet Ihnen eine ergonomisch geformte Unterstützung des Rückens. So entscheiden sich viele, die unter Rückenproblemen leiden oder gar über Bandscheibenprobleme klagen, für ein Liegerad. Dies liegt aber nicht nur an der so bequemen Sitzhaltung, die den Rücken entlastet, sondern auch an dem Komfort, den die Federung des Rades mit sich bringt. Im Gegensatz zu der vorgebeugten Haltung, die man auf einem sogenannten „Upright“, also einem Standardrad mit aufrechter Sitzhaltung einnimmt, beträgt der Bandscheibendruck nur etwa ein Drittel bei der Liegeradposition. Gleichzeitig gestaltet sich das Sitzen sehr aktiv und stärkt zudem so sanft die Rückenmuskulatur. Übrigens freut sich nicht nur der Rücken über die so angenehme Sitzposition auf dem Liegerad. Durch die punktuelle Belastung auf einem herkömmlichen Fahrradsattel kann es schnell einmal zur Einschränkung des Blutflusses im Genitalbereich kommen. Diese treten aber bei einem guten Liegeradsitz erst gar nicht auf.

Kann man mit einem Liegerad auch in die Berge fahren?

Der Fahrer von einem Upright hat die Möglichkeit, bei einer Bergfahrt im Stehen die Pedale zu treten, um so den Berg zu bezwingen. Gleichzeitig wird aber durch diese Art zu fahren, sehr viel Kraft und Energie vergeudet. Ein Blick auf die Profifahrer, die die schweren Berg-Etappen der Tour de France meistern, zeigt, sie fahren so lange wie es nur geht im Sitzen. Erst im Sprint zum Schluss einer Etappe kommt der Wiegetritt (Treten der Pedale im Stehen) zum Einsatz.

Diese Möglichkeit hat der Liegeradfahrer nicht. Er muss also eine andere Strategie wählen. Um eine günstige Tretfrequenz beibehalten zu können, muss er entsprechend herunterschalten. Die hochwertigen Gangschaltungen, die in den Liegerädern eingesetzt werden, ermöglichen eine sehr präzise Schaltung und somit auch in Kombination mit der Sitzposition und der Möglichkeit, sich im Sitz abzustützen, eine maximale Ausschöpfung der vorhandenen Beinkraft. Gleichzeitig bleiben der Oberkörper und die Arme entspannt. Die Muskelgruppen, die bei einer solchen Fahrt beansprucht werden, sind allerdings andere, als es beim herkömmlichen Rad der Fall ist. Daher sollte vor einer Fahrt in die Berge ein entsprechendes Training vorangehen.

Kann ein Liegerad auch mit einer Behinderung genutzt werden?

Ja! Menschen, die an einer Behinderung leiden, stellen ganz besondere Anforderungen an ihre Umgebung und an die Dinge, die sie benutzen. Es ist durchaus möglich, ein Liegerad behindertengerecht umzugestalten, so dass der betroffene Mensch durchaus ein ganz neues Stück Selbstständigkeit und auch mehr Lebensqualität gewinnt!

Die Vor- und Nachteile von einem Liegerad
Der großflächige und ergonomisch geformte Sitz bietet sehr hohen Sitzkomfort. So ist es auch für Fahrer/innen, die über weniger Fahrpraxis verfügen, möglich, stundenlang ohne Probleme zu fahren. Die Organe im Brust- und Bauchbereich werden nicht „eingeklemmt“, Druckstellen im Genitalbereich entfallen. Der Schulter- und Halsbereich verspannt sich nicht so leicht, die Handgelenke werden entsprechend entlastet. Allerdings entfällt beim Liegerad die Möglichkeit, den Körper als eine Art „Federelement“ einzusetzen. Daher ist eine entsprechende Federung, die aber ganz nach dem persönlichen Geschmack eingestellt bzw. ausgesucht werden kann, eine sinnvolle, wenn nicht sogar notwendige Ausstattung, möchte man auch komfortabel auf unebenem Untergrund wie Wald- oder Feldwegen oder ähnlichem fahren.

Ein sehr großes Plus, das neben dem Fahrkomfort für das Liegerad spricht, ist seine Sicherheit. Sollte es wirklich zu einem Sturz kommen, bringt das Rad eine geringere Fallhöhe mit sich. Auch die Verletzungsgefahr für den Kopf gestaltet sich geringer, da die Füße zuerst auf dem Boden auftreffen. Dennoch sollte natürlich kein Fahrer auf einen Fahrradhelm verzichten!

Der tiefe Schwerpunkt und die Ergonomie des Liegerads ermöglichen Ihnen ein sicheres und kraftvolles Abbremsen, ohne dass ein Anheben des Hinterrades befürchtet werden muss. Bei den sogenannten Langliegern kommt die Hauptbremskraft sogar aus dem Hinterrad, was die Gefahr einer Überbremsung noch zusätzlich vermindert.

Liegedreiräder besitzen eine sehr viel bessere Straßenlage als es bei normalen Dreirädern der Fall ist. Auch ein sportliches Downhill kann mit diesen Liegerädern gefahren werden.

Bringt die flachere Sitzposition bei schlechtem Wetter durchaus verschiedene Nachteile mit sich, kann man diesen unangenehmen Witterungsbedingungen sehr einfach durch eine effiziente Verkleidung entgegenwirken. Gleichzeitig lässt sich durch eine Verkleidung die Aerodynamik während der Fahrt verbessern.

Wirkt die nicht vorhandene Möglichkeit des Wiegetritts, also des Aufstehens aus dem Sattel nachteilig, wird dies schnell durch ein Abstützen an der Sitzlehne ausgeglichen. Dadurch ist es dem Fahrer möglich, entsprechend großen Druck auf die Pedale auszuüben. Allerdings ist es unbedingt notwendig, auch um eine mögliche Überlastung der Knie zu vermeiden, die dafür benötigten Muskelgruppen ausreichend zu trainieren.

Da die Liegeräder in der Regel nur in vergleichsweise kleinen Stückzahlen, einige Hersteller fertigen sogar teilweise in Handarbeit, produziert werden, liegt der Verkaufspreis für ein solches Rad deutlich höher, als es bei einem Fahrrad „von der Stange“, das in Massenproduktion hergestellt wird, der Fall ist. Hinzu kommen Spezialteile wie Lenker, Sitze oder auch unübliche Radgrößen. Die Rahmen stellen ebenfalls eine eigene Konstruktion dar und stammen auch nicht aus Großserien. Wer allerdings schon einmal ein hochwertiges und konventionelles Rad in Augenschein genommen hat, weiß, dass die Kosten, die für solch ein Sportgerät am Markt verlangt werden, auch nicht zu verachten sind. Schnell kommen auch hier Summen in Tausender-Bereichen zustande.

Ist ein Liegerad mit einem Hinterradantrieb ausgestattet, wird dafür eine Kette benötigt, die etwa zwei bis drei Mal so lang wie eine Normalkette ist. Das bringt zusätzliches Gewicht mit auf die Waage. Um das Schlackern der langen Kette zu verhindern, wird oftmals eine zusätzliche Umlenkrolle oder sogar ein Zwischengetriebe eingesetzt. Auch hier ist eine Gewichtszunahme zu verzeichnen. Dem gegenüber steht aber ein geringerer Verschleißfaktor als bei einer herkömmlichen Kette.

Da Liegeräder heute noch immer zu den Exoten auf unseren Straßen zählen, wird man mit einem Liegerad, ganz gleich, ob Kurz- oder Langlieger, ob zwei oder drei Räder, immer einiges an Aufsehen erregen. Selbst Autofahrer reagieren entsprechend und viele der motorisierten Verkehrsteilnehmer machen sogar einen größeren Bogen um das ungewöhnlich erscheinende Liegerad. Um der Gefahr, durch die tiefere Sitzposition übersehen zu werden, effizient zu begegnen, kann der Fahrer auf grellfarbige Kleidung zurückgreifen, sowie entsprechende Wimpel am Liegerad selbst anbringen. Aber auch ohne diese Maßnahmen ist das Liegerad in jedem Fall ein regelrechter Blickfänger im Straßenverkehr.

Und das beste und wichtigste zum Schluss:

Das Fahren mit einem Liegerad macht, ganz egal ob Sie nun auf dem täglichen Weg zur Arbeit oder bei einer entspannten Ausfahrt in der Freizeit unterwegs sind, immer einen Heidenspaß!

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Dirk Hammer

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